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Bocholt'sches Register
Unser Wappen
Quellennachweis
 

Die Dokumentation "Fiefbergen - eine Gemeinde mit Geschichte 1286-2011" kann bei Hans-Richard Bern
Tel.: 04344-1228 erworben werden.  

 
Die Entstehung der Probstei
Der erste Anlass zur Aussonderung der Probstei aus ihrer Umgebung wurde zur Zeit dänischer Fremdherrschaft gegeben.

Waldemar II. König von Dänemark hatte Holstein und die südliche Ostsseeküste bis hinauf nach Estland erobert. Er belehnte, wie es damals Sitte war, seine Getreuen mit den einzelnen Landesteilen. Holstein übertrug er dem Grafen Albrecht von Orlamünde. Dieser wieder belehnte seinen Dienstmann Marquard von Steenwehr 1216 mit dem "Wald und der Wiese zwischen Carzniz und Suarepouc" (Carzniz ist die Hagener Au, Suarepouc später Swartepuc ist wohl die Köhner Mühlenau). Die Grenzen sind also im Westen und Osten durch die beiden Auen genau bezeichnet; im Norden war die Ostsee die natürliche Grenze.
Zu dieser Zeit war der Landstrich fast menschenleer. Das war nicht immer so. Funde aus dem 18. Jahrhundert beweisen, dass hier in der Steinzeit Nordleute gewohnt haben.
Urnenfunde wiederum beweisen, dass zur Zeit Christi hier Germanen gesiedelt haben. Diese sind in der Zeit der großen Völkerwanderung zwischen 375 und 476 westlich über die Nordsee nach England oder nach Süddeutschland oder gar bis in die Mittelmeerländer abgewandert. Ab ca. 500 n.Chr. hatten die aus Osteuropa eingewanderten Slaven Ostholstein besetzt. Hier hießen sie Wagrier oder Wenden oder Wagerwenden. Das änderte sich erst, als Graf Lothar von Supplinburg Herzog von Sachsen wurde und 1110 den Grafen Adolf von Schauenburg schickte um die Wendengefahr zu bannen.
Marquards erste Aufgabe war es daher, Siedler ins Land zu holen. Er selbst legte sein Gehöft auf einer Anhöhe in den Salzwiesen an und so ist die Hufe von Fernwisch möglicherweise der Ausgangspunkt für die Besiedelung der Probstei.
Die Probstei erhält ihren Namen
1226 schenkte Graf Adolf IV., nachdem er 1225 Albrecht von Orlamünde besiegt hatte, dem Benediktiner-Nonnenkloster in Preetz den Wald und die Wiesen zwischen Carzniz und Swartepuc. So entstand die "Klösterlich Preetzer Probstei" (1227 schlug Graf Adolf IV. den dänischen König Waldemar II. bei Bornhöved. Die Probstei wurde endgültig deutsch).
Das Kloster wollte jedoch keine Adelshöfe, sondern freie abgabefähige Bauern.
In der Zeit von 1235 bis 1246 wurde das Kloster von Preetz nach Marienfelde, nach Erpesfelde, dann nach Lutterbek und wieder zurück nach Preetz verlegt.
Die Gründung von Fiefbergen
1246 wurde der Mönch Friedrich aus Harsefeld von den Nonnen zum Nachfolger des Ende 1245 verstorbenen Propstes Eppo gewählt. Propst Friedrich hat die Probstei zu dem gemacht, was sie geworden ist: Ein Land der freien Bauern. Er gab den Probsteiern das Erbpachtrecht. Das hiess, dass die Bauern ihren Hof an die Kinder und Kindeskinder vererben konnten. Es gab zwar Abgaben an das Kloster, doch waren diese keineswegs erdrückend. Er hat es ebenfalls verstanden den Teil östlich der Linie Sommerhof / Fernwisch zu besiedeln. So wurden nacheinander die Dörfer  Fiefbergen, Krokau, Schönberg, Höhndorf, Krummbek und Stakendorf  gegründet. Fiefbergen war also das erste Dorf, dass Probst Friedrich gegründet hat und seine Entstehung fällt höchstwahrscheinlich in das Jahr 1247.
Der Name "Fiefbergen" soll herrühren von fünf Bergen, die um das Dorf herumliegen. Diese fünf Berge sind aber nicht zu erkennen. Vielleicht lagen bei der Gründung des Dorfes an fünf erhöhten Stellen noch wendische Opferaltäre (die früher in großer Zahl in der Probstei vorhanden waren). Die Schreibweise des Namens hat sich in den letzten Jahrhunderten geändert. Man findet den Ort als Vyffbergen, Viffberghen, Vifbergen oder auch als Viehbargen in den Klosterakten geschrieben. In den letzten 150 Jahren ist immer Fiefbergen geschrieben worden.
Das Bocholt'sche Register
1286 entstand das älteste Heberegister der Probstei, das Bocholt'sche Register. Der Propst Konrad Bocholt gab den Auftrag zur Niederschrift dieses Registers. Als Wichtigstes enthielt es die Namen der Preetzer Pröpste, die Aufzählung der Preetzer Klosterdörfer und die Abgaben aus den Dörfern. Zum Kloster gehörten damals 15 der heutigen Probsteier Dörfer. Es fehlten noch Passade, Fahren, Barsbek, Ratjendorf und Bendfeld. Hier sind zum erstenmal genauere Daten über das Dorf Fiefbergen zu finden: "Vifbergen hat 24 Hufen, an 4 von diesen Hufen hat die Kirche Preetz das erbliche Nutzungsrecht..." Danach scheint festzustehen, dass in Fiefbergen 24 Hufen (Höfe) gewesen sind. Aber wo sollen die gelegen haben und wann und wodurch sind sie veschwunden? Tatsache ist, dass in Fiefbergen nie mehr als 9 Hufen und eine Halbhufe vorhanden gewesen sind.
Im Bocholt'schen Register bedeutet des Wort "Hufe" etwas anderes. Es ist das Landmaß für 30 Tonnen. Wenn also im Register für Fiefbergen 24 Hufen genannt sind, soll das heißen:
Fiefbergens Gemeindeflur umfasst 24 mal 30 Tonnen, also 720 Tonnen Land. Ein altes Flächenmaß bezeichnet 1 Tonne Land als 0,55 Hektar. Ob man wirklich daran gedacht hat, die Hufen nur 30 Tonnen groß zu machen ist schwer zu sagen. Jedenfalls genügten im 
13. Jahrhundert 30 Tonnen Land um eine Siedlerfamilie zu ernähren.
Das Fiefbergener Wappen
Am 20. Februar 2005 konnten die Gemeindemitglieder bei der Landtagswahl Ihre Stimme nicht nur für politische Parteien abgeben, sondern auch über das Aussehen des zukünftigen Gemeindewappens abstimmen. Rechtsstehend das Ergebnis.
Das Wappen ist in den schleswig-holsteinischen Landesfarben gehalten und zeigt den Großen Abendsegler, der zu den drei Fledermausarten gehört, die aufgrund der Strukturvielfalt in unserem Dorf geeignete Lebensräume finden. Die 5 Kreisbögen symbolisieren unseren Dorfnamen ( 5 Berge). Weiterhin ist ein Koppelgatter als Symbol für die Landwirtschaft abgebildet.
Quellennachweis:
Hellmuth Clasen - Die Probstei in Wort und Bild (1898)
Wilhelm Röhlk - Chronik der Gemeinde Fiefbergen (1938)
Hans-Detlev Springe - Fiefbergen zwischen gestern und morgen (1986)